Namenslesung 2016

27. Januar 2016, 12:00

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus findet vor der Gedenktafel der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt wieder die traditionelle Namenslesung der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und Kinder von Zwangsarbeiterinnen statt.

Es lesen Dresdner SchülerInnen und BürgerInnen, darunter auch Vertreter der Stadt und PolitikerInnen. Die Lesung wird jeweils zur vollen Stunde durch ein Wort der Landeshauptstadt Dresden und der Kirchen unterbrochen und mit dem Kaddisch, dem jüdischen Totengebet, gesprochen durch einen Vertreter der Jüdischen Gemeinde abgeschlossen.

Die 1.953 Namen der ermordeten oder verschollenen Dresdner Jüdinnen und Juden sind dem im Jahr 2006 erschienenen „Buch der Erinnerung“ entnommen. Von den über 7.000 durch die Rassegesetze verfolgten Juden in Dresden und den umliegenden Orten sind im „Buch der Erinnerung“ diejenigen genannt, von denen wir sicher wissen, dass sie in einem Konzentrationslager ums Leben kamen, sich das Leben nahmen oder nach der Deportation als verschollen gelten.
Das Buch liegt während der Lesung im Kirchencafé aus, dort kann man noch mehr über ihr Leben und Schicksal nachlesen, miteinander ins Gespräch kommen und sich bei Kaffee und Tee aufwärmen. Zudem gibt es ausgewähltes Informationsmaterial zur Geschichte der Sinti und Roma.

Die Lesungen begannen in Dresden während der Forschungsarbeiten zum Buch, 1999.

In Zusammenarbeit von Ökumenischem InformationsZentrum e.V., Ev.-Luth. Kirchenbezirk Dresden-Mitte, Kreuzkirchgemeinde, Jüdischer Gemeinde, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Forum 13. Februar und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V., mit freundlicher Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden.

Gefördert im Rahmen des Landesprogramms “Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz”.