Kaddischvertonungen in der Kunstmusik im 20. und 21. Jahrhundert - ein verkleinertes Panorama

23. November 2017, 19:30 Uhr, Chorsaal der Hochschule für Kirchenmusik, Käthe-Kollwitz-Ufer 97

Der Kaddisch- aramäisch für „Heil, Heiligung oder heilig“ – ist eines der wichtigsten Gebete im Judentum und wird häufig mit Trauer und Tod assoziiert, obwohl der Tonfall des Gebets ein ausschließlich positiver ist. Das Kaddischgebet kann im Synagogalgottesdienst verschiedene Funktionen einnehmen und wird je nach Anlass textlich und musikalisch variiert. In der außerliturgischen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts hat es zahlreiche Komponisten und Komponistinnen, insbesondere nach der Schoa, zu eigenen Werken inspiriert. Nach bisherigen Recherchen sind zwischen 1900 und 2017- insbesondere in den Vereinigten Staaten und in Israel- etwa 40 Werke für den Konzertsaal entstanden, wobei die Spannweite von kleinformatigen Werken für Soloinstrument bis zu großformatigen Werken mit Chor reicht. Im Rahmen ihrer Bachelor- und auch ihrer Masterarbeit hat sich Lea Simon insgesamt mit vier großformatigen, vokalen Kaddischkompositionen beschäftigt. Die bekannteste ist vermutlich Leonard Bernsteins 3. Sinfonie “Kaddish”. Das Ziel des Vortrags soll es sein, eine Art verkleinertes Panorama über vokale Kaddishvertonungen im 20. und 21. Jahrhundert zu geben.

Lea Simon, M.A., wurde in Berlin geboren und studierte im Bachelorstudiengang Musikwissenschaft und Französisch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Université François Rabelais Tours (2008-2012) und im Masterstudiengang historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar (2013-2015). Ihre Bachelorarbeit behandelte Leonard Bernsteins 3. Sinfonie “Kaddish” und ihre Masterarbeit die Kaddish-Vertonungen von Lawrence Siegel, Alexander Krein und Krzysztof Penderecki.
Seit November 2015 ist sie Promotionsstudentin an der Universität der Künste Berlin. Ihr Dissertationsvorhaben Klassische Komponisten in den Kibbuzim der 1930er bis 1960er Jahre wird vom Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) gefördert.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Kirchenmusik Dresden.

Gefördert im Rahmen des Landesprogramms “Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz”.