In Dresden zu sprechen, ist für mich sehr aufregend - Zeitzeuginnengespräch mit Esther Ellrodt-Freiman

26. September 2018, 18:00 Uhr, Zentralwerk, Riesaer Str. 32

Am 13. Februar 1945 überbrachte Victor Klemperer der Dresdner Jüdin Regina Bitterwolf den Deportationsbescheid. Verzweifelt versuchte sie mit ihrem Mann bei Freunden und Bekannten noch ein Versteck für sich und die Tochter Barbara zu finden. Vergeblich. Dann kam der Bombenangriff. Der Vater verließ den Keller während der Entwarnung, um zu löschen. Dann kam die zweite Angriffswelle. Regina Bitterwolf nahm die kleine Tochter unter den Arm und rannte hinaus. Sie wurden in einen Splitterschutzgraben gezogen und überlebten, der Vater jedoch kam ums Leben.

Barbara heißt heute Esther Ellrodt-Freiman. Sie lebt in Frankfurt (Main) und ist Redakteurin der Gemeindezeitung und Dozentin an der Jüdischen Volkshochschule. Seit vielen Jahren setzt sie sich für den interreligiösen Dialog ein. Über ihr eigenes Leben und das ihrer Familie hat sie bisher wenig öffentlich gesprochen. Zur Veranstaltung in Dresden sagt sie: „In Dresden zu sprechen, ist für mich sehr aufregend. Es zwingt mich, mich mit mir selbst und der Geschichte meiner Familie zu beschäftigen.“ Das möchte sie nun tun. Vermutlich an dem Ort, wo ihre Mutter Regina für die Zeiss Ikon AG Zwangsarbeit leisten musste, den ehemaligen Goehle-Werken.

26. September 2018, 18.00 Uhr, Zentralwerk (Gebäude der ehem. Goehle-Werke), Riesaer Str. 32

Gefördert im Rahmen des Landesprogramms “Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz”.