Angebote für Gemeinden, Gesprächsgruppen und Schulen zu Gesprächsabenden oder Vorträgen mit anschließender Diskussion

27. Februar 2019, 14:55

Anfragen richten Sie bitte an die Geschäftsstelle

Die Erklärung “Gerechtigkeit und Barmherzigkeit” der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 23. Juni 2017.

Dieses Wort der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wurde von einer Arbeitsgruppe im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 und auf die 80. Wiederkehr der Pogromnacht am 9. November 2018 vorbereitet und von der Landessynode beschlossen. Es benennt im Rückblick Fehlverhalten und Schuld und ruft zu konkreten Schritten eines gemeinsamen Weges von Juden und Christen.
Nach einer Einführung zur Entstehung und den Schwerpunkten dieser Erklärung soll sich eine Diskussion zu dieser nach ihrer Veröffentlichung auch kontrovers diskutierten Erklärung anschließen und der Austausch über konkrete Aufgaben heute folgen.
Die Erklärung ist zu finden in der Broschüre „Das Verhältnis von Christen und Juden als Thema kirchgemeindlicher Arbeit“, Dresden 2017 , als download über Titel oder:
https://engagiert.evlks.de/…/Das_Verhaeltnis_von_Christen_und_Juden_web_final.pdf…
Referentin: Hildegart Stellmacher, evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Jüdisch-christliche Zusammenarbeit Dresden e.V.

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Aus der Geschichte der Judenmission in Sachsen – Auswirkungen und Beurteilungen bis heute

Weithin unbekannt ist, dass 1871 in Leipzig der Evangelisch-lutherische Zentralverein für Mission unter Israel gegründet wurde und mit dem Institutum Judaicum an der Leipziger theologischen Fakultät verbunden war, das erheblich zur Kenntnis über das Judentum beitrug. Zur Zeit der NS-Diktatur rückte die Auseinandersetzung mit der Staatsdoktrin des Antisemitismus in den Mittelpunkt. Schließlich kam es 1935 zur Auflösung des Vereins. Neuere Forschungen zur Geschichte und den Auswirkungen diese Vereins, der Blick auf die Fragen zum christlichen Zeugnis im Dialog mit jüdischen Menschen stehen in Verbindung zur breiten Palette heutiger Fragestellungen und Diskussionen.
Referent: Dr. theol. Christoph Münchow

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Die Erklärung der Ev.-Luth Landessynode Sachsens von 1948 und ein Rückblick auf die Geschichte der Kirchgemeinden der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zwischen 1933 und 1945
Referentin: Hildegart Stellmacher
evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit

Im April 1948 verabschiedete die nach dem Ende des 2.Weltkeirges neu gewählte Landessynode eine Erklärung mit dem Schuldbekenntnis zu dem umfassendsten und grausamsten Versuch zur gewaltsamen Ausrottun des Judentums, den die Weltgeschichte kennt: „Sofern der Rassenhass unter uns gehegt oder doch ohne ernstlichen Widersand geduldet worden ist, sind wir mitschuldig geworden.“
Es wird zu diesem Thema auf die Entstehung dieser Erklärung eingegangen und auf ihre Ursachen im Verhalten von Kirchengemeinden in den Jahren 1933 bis 1945 gegenüber Juden und Judenchristen. Zugleich soll das Schuldbekenntnis damals, die Notwendigkeit des Erinnerns und die Übernahme von Verantwortung und Handlungserfordernissen heute erörtert werden. Grundlage ist unter anderem die Broschüre „Das Verhältnis von Christen und Juden als Thema kirchgemeindlicher Arbeit“ (download über Titel oder https://engagiert.evlks.de/…/Das_Verhaeltnis_von_Christen_und_Juden_web_final.pdf…

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Luther und die Juden – gegenwärtige Perspektiven zu einem alten Thema

Das schwierige Thema „Luther und die Juden“ ist mit dem Ende des Jubiläumsjahres zur Reformation 2017 nicht erledigt. Die evangelischen Christen, besonders in lutherischer Tradition, müssen sich diesem belastenden Thema stellen, dass auch in Beziehung steht zur Judenverfolgung und den Judenmorden in Deutschland 1933 – 1945. Neben den historischen Fakten zur Entwicklung von den judenfreundlichen und zu den judenfeindlichen Äußerungen Luthers sollen auch die neuen Impulse und gegenwärtigen Beurteilungen aufgenommen werden, die in Verbindung mit dem Reformationsjubiläum gewonnen wurden. Damit sollen auch Anregungen für das jüdisch-christliche Gespräch und die Begegnung mit dem Judentum verbunden sein.
Referent: Dr. theol. Christoph Münchow

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Jesus und das Urchristentum mit seinen jüdischen Wurzeln

Zu einem besseren Verstehen des Juden Jesus von Nazareth und der Geschichte des Urchristentums verhilft eine genauere Kenntnis der jüdischen Wurzeln Jesu und der damaligen jüdischen Umwelt im Heiligen Land. Einzelne Jesusworte bekommen damit eine frappierende Bodenhaftung und neue Aussagekraft. Vertiefte Kenntnisse über die Zeitgenossen Jesu wie Pharisäer, Schriftgelehrte, Priesterschaft und Mitglieder von antirömischen Aufstandsgruppen verhelfen zu neuen Einsichten für ein besseren Verstehen der Verbindungen zwischen Christentum und Judentum.
Referent: Dr. theol. Christoph Münchow

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Das Dresdner Wort der Religionen vom 3. Oktober 2016:
Was soll – was kann es bewirken?

Auf Initiative von sechs Religionsgemeinschaften in Dresden (Judentum, Christentum –evangelisch und katholisch, Islam, Bahai, Buddhismus, Sikh) wurde das „Dresdner Wort der Religionen“ verfasst und am Tag der Deutschen Einheit 2016 unterzeichnet. Es soll zeigen, wie sich diese Religionen als Teil der Gesellschaft verstehen und welchen Beitrag sie für ein friedliches Miteinander leisten wollen. Es verurteilt jede Gewalt im Namen einer Religion, fordert Religionsfreiheit für alle, Gleichberechtigung von Frauen und Männern und ermuntert zum interreligiösen Dialog.
Hildegart Stellmacher wird den Text der knappen Erklärung erläutern (www.dresdner-wort.de) und danach zum Gespräch über die weithin kontrovers diskutierten Themen dieser Erklärung einladen.

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Der Dialog zwischen Christen und Juden in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens seit 1945

Am 18. April 2018 jährte sich zum 70. Mal ein Schuldbekenntnis der Evangelisch – lutherischen Landessynode Sachsens in Bezug auf die systematische Verfolgung und Hinrichtung von Juden in Sachsen. Das ist der Anlass, den Dialog von Christen und Juden in Sachsen seit dem 2. Weltkriege aus verschiedenen Perspektiven zu beschreiben – mit historischen Erinnerungen an die Rolle der neu entstandenen christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaften, mit Informationen über neuen Einsichten zur Interpretation der Bibel nach dem Holocaust und mit Gespräch zur heutigen Situation und Impulsen zur didaktisch-pädagogische Umsetzung.
Referent: Oberkirchenrat Dr. Martin Teubner