„Die Erben der Arisierung“

Datum/Zeit
Mittwoch, 25. September 2024
18:00 - 20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Lingnerschloss, Sternensaal, 1. OG, Bautzner Straße 132, Dresden


Vortrag und Diskussion mit Journalist Armin H. Flesch, Frankfurt a. M.

Arisierung ist ein Aspekt des Antisemitismus, des NS und des Holocaust, dessen Konsequenzen in Gestalt
veränderter Besitzverhältnisse bis heute bestehen. Arisierung geschah nicht irgendwo weit weg und hin-
ter Stacheldraht, sondern vor und hinter der eigenen Haustür. Im Unterschied zum Mord in den Vernich-
tungslagern und Ghettos waren daran keineswegs nur Partei, SS und SA beteiligt, sondern ein breiter
Querschnitt durch die gesamte (nichtjüdische) deutsche Gesellschaft: Polizisten und Gerichtsvollzieher,
Finanz- und Meldeämter, Banken und Großindustrie, Unternehmer, Gewerbetreibende und Freiberufler
ebenso wie Landwirte, Künstler, Beamte, Angestellte und Arbeiter. Kirchen und Klöster profitierten ge-
nauso wie Hausfrauen, Soldaten und sogar Säuglinge, Arme wie Reiche, Adolf Hitler und Friedrich Flick
ebenso wie Anna und Otto Normalverbaucher. Alles war formal durch „Recht“ und Gesetz geregelt, eine
Strafe, wie sie Dieben und Hehlern üblicherweise droht, nicht zu fürchten. Die Preise waren niedrig und
für jeden war etwas dabei.
Sich mit Arisierung zu befassen bedeutet, sich mit der Beteiligung der „ganz normalen Deutschen“ am
Holocaust auseinanderzusetzen, mit der eigenen Stadt, Familie – mit sich selbst. Arisierungs-Recherche ist
ein Blick in den Spiegel: Woher stammt eigentlich mein ererbter Besitz? Wie weit sind meine Großeltern
gegangen? – Wie weit würde ich selbst gehen?

Eintritt frei, Anmeldung unter email hidden; JavaScript is required oder 0351-563446-0.

Veranstalter: Politisches Bildungsforum Sachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung und GCJZ DD e. V.