Vortrag und Gespräch „Privileg Mischehe“

Datum/Zeit
Mittwoch, 18. September 2024
18:00 - 20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Gedenkstätte Münchner Platz, Münchner Platz 3, Dresden


Dr. Maximilian Strnad, Koordinierungsstelle Erinnerungszeichen der LH München

Vortrag und Gespräch: Privileg „Mischehe“? – Handlungsräume „jüdisch versippter“ Familien 1933–1949

 

Eva und Victor Klemperer bei einer Ausfahrt mit ihrem gebrauchten Opel, 1936, © SLUB/Deutsche Fotothek, unbekannter Fotograf

 

Der Dresdner Romanist Victor Klemperer überlebte die Shoah, obwohl ihn die Nationalsozialisten als „Juden“ kategorisierten. Die Ehe mit seiner nichtjüdischen Frau Eva schützte ihn letztlich vor Deportation und Vernichtung. Insgesamt überlebten etwa 13 000 von 35 000 deutschen Juden und Jüdinnen aus sogenannten „Mischehen“. Im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten galten sie als „privilegiert“. Klemperer nannte dieses Etikett später eine „diabolische Erfindung der Nazis“. Denn die „Mischehe“ bot nicht nur keine Garantie für ein Überleben: Nach 1945 blieb vielen Überlebenden Anerkennung und Unterstützung verwehrt.

Der Historiker Maximilian Strnad untersucht das Schicksal dieser „privilegierten“ NS-Verfolgten. Er beschreibt die schwerwiegenden Konsequenzen für deren Ehepartner und Kinder, aber auch, wie diese ihre Handlungsspielräume zu Gunsten der Familie einsetzten. Die Frage, wie das Stigma „privilegiert“ nach 1945 fortwirkte, wird auch Thema des Podiumsgesprächs sein, das sich an den Vortrag anschließt.

 

Eintritt frei, ohne Anmeldung.

Veranstalter: Gedenkstätte Münchner Platz Dresden und GCJZ DD e. V.